Category Archives: Arbeit / work

DOrf WErkstatt GRYfikon – Gemeinsam basteln, tüfteln und reparieren

Die Dorfwerkstatt ist eine neue Idee die für Greifensee, Nänikon und Umgebung erstmals öffentlich vorgestellt wird.

Info-Abend am Montag 27. Januar 2014, 19:30 bis ca. 21:00 im Kirchgemeindehaus Greifensee, 8606 Greifensee/ZH/Schweiz

Eine DorfWerkstatt ist ein lebendiger Ort
  • zum Basteln, Tüfteln, Gestalten, Bauen, Anpassen, Abändern, Verzieren/Flicken/Reparieren,
  • für tätige Begegnungen von jung und alt, vertraut und
  • fremd, männlich und weiblich, Anfänger und Könner, Technik
  • und Kunst …. und alles dazwischen.
  • mit grosszügigen Öffnungszeiten, reichhaltig ausgerüstet
  • mit Werkzeug, Materialien und Maschinen
  • sorgfältig betreut und gepflegt von einer selbst organisierten Betriebsgruppe

Das Modell der Dorfwerkstatt ist ein Impuls zu einer nachhaltigen und gemeinschaftlichen Nutzung von Ressourcen und ein Beitrag, die Gemeinschaft und Nachbarschaft zu pflegen. Weitere Informationen unter www.dowegry.ch

Wir suchen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin für Sekretariat und Mitgliederdienst

Unsere Aufgaben und die Tätigkeitsfelder als Verein nehmen laufend zu und so suchen wir für unsere Geschäftsstelle eine neue Mitarbeiterin oder einen neuen Mitarbeiter vorerst für eine 20% Stelle

Sekretariat und Mitgliederdienst

Wir stellen uns eine Person vor, die sich für unsere ideellen Themen begeistern kann und in einem anspruchsvollen NPO-Umfeld kommunikativ, engagiert und loyal gemeinsam mit Profis und Freiwilligen etwas aufbauen möchte. Gefragt sind Organisationstalent, Selbständigkeit und Verantwortungsdenken, die Fähigkeit mit knappen Ressourcen effizient zu arbeiten und sich in einem kleinen Team differenziert einzubringen. Die Stelle eignet sich unter Umständen auch begleitend zu einem Studium oder als Tätigkeit nach der Pensionierung.

Weitere Angaben finden Sie auf der untenstehenden Ausschreibung.

(Inserat abgelaufen Mai 2013)

Prethinking Work – Arbeit vorausdenken

Buchrezension

Sabina Jeschke, Frank Hees, Anja Richert, Sven Trantow (eds.): Prethinking Work – Insights on the Future of Work, LIT Verlag Berlin, 2012, (in Englisch!)

Kurzbeschreibung des Verlages: The dynamic change of work is one the greatest challenges of advanced industrial societies. Work is a systematically relevant element of the global economy, part of our everyday life and a reflection of our socioeconomic conditions and developments. This book outlines important trends, opportunities and risks in the working environment of the 21st century. International researchers, economic actors and politicians from twelve different countries are prethinking work, and have produced inspiring articles on the future of work and the future of our socioeconomic reality.

WissenschaftlerInnen aus 12 Ländern stellen in diesem Buch Arbeit vorausdenken – Einsichten in die Zukunft der Arbeit ihre Sicht der Zukunft der Arbeit dar und beschreiben die wichtigsten Entwicklungen und Herausforderungen, denen ihrer Meinung nach die Arbeitswelt begegnen wird. Dabei wurde ein spezielles Verfahren gewählt: Jeder Beitrag ist auf genau zwei Buchseiten beschränkt. Die 32 Beiträge von insgesamt 47 AutorInnen sind in sechs Abschnitte gegliedert:

  • Arbeitsgesellschaft (Working Society)
  • Menschliche Arbeitskraft (Human Workforce)
  • Kollektivkompetenz (Collective Competence)
  • Innovationskultur (Innovation Culture)
  • Virtuelles Arbeiten (Virtual Work)
  • Arbeitsplatzinnovation (Workplace Innovation)

In den meisten Beiträgen ist Innovation das Haupt-Wort, besonders Offene Innovation, das aber zumeist schwammig bleibt. Konkurrenz und Wettbewerb werden in vielen Beiträgen weiter als zentrale Kräfte der Entwicklung angesehen. Viele AutorInnen betonen aber auch die selbstbestimmte Arbeit und eine höhere Flexibilisierung. Eine gewisse Globalisierungskritik wird berücksichtigt, häufig aber gleich wieder relativiert.

Spezielle Beiträge, die herausstechen:

  • Rückkehr der Zünfte (Rebirth of Guilds) von Charlie Grantham, worin er beschreibt, dass die Rückkehr der Produktionsmittel zum Individuum stattfinden könnte und neue zunftähnliche Strukturen entstehen könnten.
  • Reflektion der Arbeit als Gesellschaftliches Bedürfnis (Reflecting on Work as Societal Need) von Milena Jostmeier, worin als fast einzigem Beitrag aufgegriffen wird, dass Arbeit ja primär eine gesellschaftliche Angelegenheit ist und von den Bedürfnissen der Anderen ausgeht.

Es fehlen im ganzen Buch viele grundlegende Überlegungen und wichtige Strömungen und Graswurzel-Autoren sind nicht vertreten, z.B. cradle to cradle, Braungart oder die Aspekte der Gemeinwohlökonomie von Felber. Bei der Mehrheit der AutorInnen überwiegt die Extrapolation der Vergangenheit, statt des Denkens aus den Notwendigkeiten der Zukunft. Insofern gibt diese an sich interessante Sammlung dafür einen breiten Überblick über den Stand des Denkens über die Arbeit an etablierten Institutionen. Das macht die Ansatzpunkte gut erkennbar, woran noch gearbeitet werden muss, bis unser Verständnis von Arbeit einen wirklichen Schritt weiterkommen kann.

Link zum Verlag

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DANACH – mit etwas Abstand danach…

Das Symposium DANACH in der Roten Fabrik Zürich hat insbesondere an den beiden Abschlusstagen am 20. und 21. Oktober viele Menschen aus unterschiedlichen Bewegungen und Bereichen der “Alternativen zum Wachstumszwang” zusammengeführt.

FleXibles war durch Jens Martignoni vertreten, der eine Kurzvorstellung des Vereins und seiner Tätigkeit vortrug  Link und auf dem Podium Erwerbsleben geleitet vom Journalisten Daniel Hitzig zusammen mit drei anderen Exponenten diskutierte Link.

Am Ende der Veranstaltung konnte eine Allianz gebildet werden, die sich nun in den nächsten Monaten weiter formieren und bewähren kann. FleXibles ist Teil dieser Allianz und arbeitet auch an weiteren Post-Wachstums-Projekten mit.

Weitere Informationen auch auf der DANACH-Website

DANACH – Symposium für Alternativen zum Wachstumszwang

16.-21. Oktober2012Allianz für unsere Zukunft

Di. 16.10. / 20:00-22:00
Do. 18.10. / 20:00-22:00
Sa. 20.10. / 13:00-22:00
So. 21.10. / 13:00-18:00

Es gibt Alternativen zum Wachstumszwang und es wird Zeit, dass diese breitere Bekanntheit erlangen und sich gegenseitig zu einer Allianz zusamenfinden. Dafür ist das Symposium DANACH in der Roten Fabrik in Zürich gedacht.

FleXibles ist ebenfalls vertreten und wird zum Thema neue Arbeitsformen (und da denken wir ja bekanntlich sehr zukunftsbezogen) etwas beitragen.

Wir freuen uns auf alle neuen oder bekannten Gesichter, die uns am Samstag und Sonntag an der Veranstaltung begegnen wollen.

Das Programm:

Symposium-Themen_Gaeste_Zeitplan

Kommentar zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Meine Schwägerin blickt durch

von Oswald Sigg

Am letzten 24. Dezember abends. Beim Weihnachtsessen – die Kerzli brennen am Tannenbaum, die Kinder plangen nach den Gschänkli – plätschert das Ge­spräch mit hoher Spannungslosigkeit dahin. Weil wir schon das leidige Wetter behandelt haben, berichte ich arglos von der bald zu lancierenden Eidgenössi­sche Volksinitiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen.

Der Onkel meiner Frau rollt mit den Augen und legt Messer und Gabel beiseite. Eine ältere Cousine leidet plötzlich unter Mig­räne und nimmt rasch eine Pille. Der Schwa­ger Ruedi, ein erfolgreicher KMUnter­nehmer, nimmt einen Schluck Roten, stellt sein Glas mit bedeutungsvoller Miene ne­ben den Teller und stellt laut und deutlich die grundlegend offene Frage: „Und wär geit de na ga schaffe?“ Er schaut ernsthaft in die Runde und präzisiert seine Frage: „Wär ächt wär?“ Nach knapp einer Stunde, die Kerzli sind längst abgebrannt und die Gschänkli ausgepackt, wird noch immer weder über die Ausländer, Blocher, YB oder sonst so etwas diskutiert, sondern es argu­mentieren nur noch alle grossmehrheitlich gegen die Spinnerei des Grundeinkom­mens. Da kommt es beim Kaffee unverhofft zu einer kleinen Gesprächpause. Meine Schwägerin steht vom Tisch auf, wie um noch­mals einen Kaffee zu holen und richtet ihre wenigen Worte an die ganze Gesell­schaft: „Mit emene Grundiikomme, Ruedi, müesstisch Du mir ke Hushaaltsgält meh gää!“ Die Schwägerin, schon immer etwas gefitzter als die andern, hatte es also schon letzte Weihnachten begriffen.

Menschliche Arbeit neu betrachten

Es geht darum, dass wir die Arbeit und ihre Bezahlung neu betrachten. Nicht nur Er­werbsarbeit ist richtige Arbeit. Heute unterscheiden wir drei Arten: bezahlte, freiwillige und unbezahlte Arbeit. Alle Arbeiten sind gesellschaftlich mehr oder weniger not­wendig. Eines steht aber fest: die Hälfte aller heute geleisteten Arbeitsstunden sind sowohl notwendig als auch unbezahlt. Im Vordergrund steht hier die Hausarbeit, die Betreuung von Kindern, die Pflege von kranken Familienangehörigen, die Begleitung von älteren Menschen. Es geht aber auch und gerade um spontane soziale und kul­turelle und sportliche Engagements. Dann gibt es viele notwendige Tätigkeiten – gemeinhin als Drecksarbeit bezeichnet – die der sogenannte Arbeitsmarkt unterbe­zahlten Migrantinnen und Migranten überlässt.

Viele Menschen stehen an ihrem Arbeitsplatz täglich unter Druck und Stress. Vielen droht der Verlust ihrer Arbeit. Auch drohende Entlassungen sind existenzbedrohend. Krankheitsbedingte Arbeitsausfälle – Depressionen, burn outs – nehmen zu. Ar­beitslose werden schikaniert, ausgegrenzt, ausgesteuert.  Sozialhilfeempfängern wird mit Misstrauen, oft auch mit Verachtung begegnet. SozialarbeiterInnen werden als Gutmenschen verhöhnt. Eine Dunkelziffer besagt: nur die Hälfte aller Personen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Notlage Anspruch auf öffentli­che Unterstützung hätten, meldet sich an den Schaltern der Sozialdienste. Die an­dern schämen sich vermutlich davor, ihren Rechtsanspruch geltend zu machen. Alle diese „Sozialfälle“ haben eine gemeinsame Ursache: es ist die grobe Verletzung der Würde der unter solchen Umständen leidenden Menschen.

Grundeinkommen solidarisch finanzieren

Das Grundeinkommen für alle wird zum grössten Teil die heutigen Sozialversiche­rungsrenten ersetzen. Die Differenz zu den Ergänzungsleistungen der AHV und Voll­renten der IV würden weiterhin ausbezahlt.  Es braucht darüber hinaus noch einen erheblichen Betrag zur Finanzierung des Grundeinkommens, der aber meiner Mei­nung nach nicht über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, sondern über eine Vermö­gens- und Kapitaltransaktionsbesteuerung finanziert werden müsste. Die Reichen werden das Grundeinkommen nicht nötig haben, aber das Grundeinkommen wird die Reichen brauchen. In unserem Land besitzt 1% der privaten Steuerpflichtigen (=Steuerflüchtigen aus aller Welt *) gleich­viel Vermögen wie die restlichen 99%. Die Schweiz ist prädestiniert für ein solidarisch finanziertes Grundeinkommen für alle.

Quelle: Mediendienst Hälfte www.haelfte.ch

*) Ergänzung durch die Redaktion

Innovation als Prozess der Verantwortungsübernahme

von Jens Martignoni

Durch Innovation, d.h. durch Neuentwicklung von Produkten oder Dienstleistungen werden wichtige Weichen gestellt, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt. Dass dies so ist wird kaum bezweifelt. Jedoch noch selten wird ein umfassender Zusammenhang zwischen Art und Inhalt einer Innovation und den daraus sich ergebenden Folgen für die Gesellschaft gesehen. Die Tiefe der Verantwortung ergibt sich zum grossen Teil bereits in der Vorgehensweise des Innovationsprozesses. Hier kann beispielsweise das Presencing-Modell von Otto Scharmer Hinweise liefern.

Bei Entscheidungen zu Innovationen in Unternehmen dominieren zumeist folgende zwei Vorgehensweisen:

A)   Besser sein als Konkurrenz: Innovation wird dabei als Vorsprung gegenüber einer (meist ähnlich agierenden) Konkurrenz gesehen. Sinn oder Unsinn des Produktes oder einer weiteren „Verbesserung“ desselben wird dabei kaum hinterfragt. Kurzfristiges Denken dominiert, Folgen werden zumeist ausgeblendet.
(Prozessschritt bei Scharmer: 1. Reacting)

B)   Neue Märkte erschliessen: Innovation wird hier als Mittel verstanden, neues Terrain zu gewinnen und bisher nicht Dagewesenes zu verwirklichen. Da es noch keinen Markt gibt, stellt sich die Frage nach dem Sinn im Zusammenhang mit möglichen Kunden. Um diese zu überzeugen muss man sich bis zu einem gewissen Mass Gedanken machen, ob das Neue auch gebraucht wird.
(Prozessschritt bei Scharmer: 2. Redesigning)

Bei beiden Vorgehensweisen wird der Entscheid, ob eine Innovation angegangen werden soll oder nicht, stark vom zu erwartenden Profit aus entschieden.

Bei fortschrittlichen Unternehmen und vor allem bei Organisationen des Dritten Sektors (NGO’s) wird dagegen bereits eine andere Fragestellung zugrundegelegt:

C)   Wie begegnen wir den gegenwärtigen Gesellschaftsfragen: Innovation wird hier als Mittel zur Lösung von Problemen in einem Zusammenhang verstanden. Das Denken ist mittelfristig und stark auf Nachhaltigkeit bezogen. Ressourcen werden primär eingesetzt, um das identifizierte Problem zu bearbeiten, nicht um Gewinne zu erzeugen. Sinn ergibt sich dabei unmittelbar. (Scharmer: 3. Reframing)

Häufig wird jedoch noch nicht darüber nachgedacht, was passieren soll mit der Problemlösung, wenn die Probleme einst gelöst sein werden. Das kann dann eine eigene Kategorie von Schwierigkeiten hervorrufen.

In neuester Zeit werden nun vermehrt Überlegungen zu einem vierten, noch weitergreifenden Verständnis von Innovation gemacht. Der Ansatz dazu lautet:

D)   Wohin soll sich die Gesellschaft entwickeln und wie können wir den Weg dahin gestalten: Innovation wird hier zum Prozess der Verbindung mit dem Ganzen und zur Suche nach Lösungen, die möglichst viele Zusammenhänge erfassen. Die Erfordernisse der Zeit werden dabei ebenso miteinbezogen, wie die Visionen für eine bessere Zukunft. Dabei ist auch die Erkenntnis des „Nicht-Tuns“ inbegriffen, das heisst, dass man sich entscheiden kann eine mögliche Innovation, die vielleicht wirtschaftlich sehr erfolgreich sein könnte, nicht zu tun, z.B. weil deren Folgen nicht absehbar sind (Atomenergie, Gentechnik).
(Scharmer: 4. Regenerating)

In einem solch erweiterten Verständnis von Innovation findet auch die Natur ihren Platz. Durch genaue und möglichst vorurteilsarme Beobachtung von Lebewesen und ihrem Verhalten und indem wir uns als Menschen miteinschliessen, wie es z.B. im Biomimicry-Ansatz geschieht, gelingt es, die Natur als Lehrmeisterin zu gewinnen und Respekt zu lernen und zu vertiefen. Der Innovationsprozess kann so in der Verantwortung des Unternehmens für den von ihm gewählten Tätigkeitsbereich verankert werden. „Innovative Lösungen“ sind damit nicht nur Marketing-Gags, sondern werden auch von den beteiligten Menschen mitgetragen und verantwortet. Nur so lässt sich ein wirklicher, also nachhaltiger Beitrag an die Entwicklung von Menschen, Gesellschaft und Erde überhaupt finden. Solche Beiträge zeichnen sich auch aus durch eine innere Stimmigkeit und Sinnhaftigkeit.

Gute Beispiele solcher Innovationen finden sich unter anderem im Buch „Worldchanging“ herausgegeben von A.Steffen, das letztes Jahr in einer ergänzten und erweiterten Auflage erschienen ist.

Literaturhinweise:

  • Benyus, J.M.: Biomimicry: Innovation inspired by nature, Harper 2002
    -> Biomimicry-Institute
  • Scharmer, O.C.: Theorie U – von der Zukunft her denken, Auer 2009
    -> Otto Scharmer
  • Steffen, A.: Worldchanging: A users guide for the 21st century, Abrams 2011
    -> Worldchanging

FleXibles Projektzentrum – Dienstleistungen für Organisationen

In eigener Sache:

Seit ca. zehn Jahren unterstützt unser Dienstleistungsbereich FleXibles Projektzentrum entwicklungsbereite Unternehmungen und Organisationen professionell bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und bei der Gestaltung ihrer Zukunft. Z.B. in den Bereichen:

  • Innovationen und Neugestaltung
  • Konzepte und Studien
  • Finanzierungsfragen, Fundraising
  • Strategie- und Organisationsentwicklung
  • Management auf Zeit
  • Bildungseinheiten, Referate

Grosse Erfahrung bringt das Projektzentrum bei der Bearbeitung von anspruchsvollen und neuartigen Vorhaben, bei der Gründung neuer Organisationen und bei Struktur- und Strategiefragen mit. Zuoberst stehen sicherlich die Kernthemen von FleXibles: Arbeit – Geld – Wirtschaft – Neu Denken. Aber auch Projekte aus dem Umwelt-, Bildungs- und Sozialbereich oder aus Entwicklungshilfe und biologischer Landwirtschaft wurden schon erfolgreich durchgeführt.

Mit einem Netzwerk von Partnerorganisationen und Fachleuten können auch internationale Projekte bearbeitet werden.

Weitere Auskünfte oder Referenzen können zur Verfügung gestellt werden. Anfragen bitte direkt unter pz@flexibles.ch

Eidg. Abstimmung: Unfaire AVIG-Revision angenommen

Agenturmeldung

Die Politik der Ausgrenzung geht weiter

Es war ein Abstimmungskampf ohne grosse Diskussion. Die Bundesratswahlen verdrängten jedes andere Thema weitgehend. Wie gewohnt wurde bei der AVIG-Revision über die Arbeitslosen diskutiert und nicht mit ihnen.
Von Christof Berger

Die Direktbetroffenen blieben mit einem Komitee-Budget von lediglich einem vierstelligen Frankenbetrag und mit viel Gratisarbeit im nationalen Abstimmungskampf praktisch unsichtbar. Sie hatten versucht, den Betroffenen ein Gesicht zu geben. In der Kampagne der Gewerkschaften und Linksparteien wurden die Arbeitslosen mehrheitlich als anonymer und willenloser Bodensatz der Gesellschaft dargestellt.

Die vom Abstieg bedrohte Mehrheit hat der bereits abgestiegenen Minderheit wieder einmal gezeigt, wo Gott hockt. Zumindest in der Deutschschweiz. Und was immer klarer wird: Entgegen anderslautender Beteuerungen glaubt niemand mehr an eine Vollbeschäftigung. Durch den Abbau der Leistungen der Arbeitslosenversicherung wird bewusst in Kauf genommen, dass immer mehr Menschen dauerhaft in die Armut, resp. Sozialhilfe (was dasselbe bedeutet bei gleichzeitiger Entmündigung und Dauerüberwachung) abgeschoben werden. Das heisst, alle wissen, dass es zu wenig bezahlte Arbeit gibt, aber einen ganzen Haufen unerledigter unbezahlter Arbeit. Und weil niemand ernsthaft die bezahlte Arbeit gleichmässiger verteilen will, grenzt die Gesellschaft diejenigen aus, die in diesem System die hoch gehängten Trauben nicht erreichen. Dies mit dem zynischen Hinweis, Arbeit wäre ja genügend vorhanden. Mit Schlagzeilen wie «Die herbeigeredete Armut» werden die Opfer dieser Verdrängungspolitik auch noch der Häme preisgegeben.

Zweidrittelsgesellschaft

Zu Beginn der neoliberalen Wende wurde vor einer Zweidrittelsgesellschaft gewarnt. Heute haben wir diese. Und vom Versprechen, dass alle mittel- und langfristig vom schrankenlosen Wettbewerb profitieren würden, sind wir weiter entfernt denn je.

Und warum ändern wir dieses System nicht? Weil die damaligen Neoliberalismus- und GlobalisierungskritikerInnen gemerkt haben, dass sie im Mainstream spuren müssen, wenn sie auch nur geringen Einfluss und zudem ihre Jobs behalten wollen. Weil Solidarität zum Schimpfwort gemacht wurde. Weil Menschen, die sich solida-risch mit Ausgegrenzten zeigen, Gefahr laufen, selbst ausgegrenzt zu werden. Weil die GewinnerInnen dieser Umverteilungspolitik «hin zu den Reichen» inzwischen so mächtig geworden sind, dass sie sich nicht mehr an Gesetze und demokratische Prozesse zu halten brauchen. Und weil allenthalben das neoliberale Tina-Prinzip («There is no alternative») verinnerlicht wird.

Kreative Opposition

Vermehrte soziale Eruptionen und Kurzschlusshandlungen (z.B. Amokläufe) werden dergestalt in Kauf genommen und dienen zusätzlich der allgemeinen Unterhaltung. Trotzdem ist es nicht aussichtslos, weiter von unten an den Stuhlbeinen der Macht zu sägen: Mit Kreativität (z.B. dem Aufbau von unabhängigen Kleinökonomien), zivilem Ungehorsam, Boykott der Mainstreammedien und unsozialen Grosskonzerne sowie hartnäckigem Einfordern der Grund- und Menschenrechte. Die Mächtigen sind nur so lange mächtig, solange wir ihre Macht akzeptieren und sie auch noch dafür bewundern.

27. September 2010
/ Mediale Weiterverwendung unter Quellenangabe erwünscht: Mediendienst Hälfte www.haelfte.ch

NEIN zur Revision des Arbeitslosengesetzes

Es ist soweit: Am 26. September ist die Abstimmung zur Revision des Arbeitslosengesetzes (AVIG) angesetzt. Ein NEIN zu dieser verqueren und überflüssigen Vorlage ist ein JA zur Solidarität und ein klares Signal an die Herren Abzocker, dass sie die Suppe mit dem staatlichen Geldsegen (und den entsprechenden Schulden) doch gefälligst selbst auslöffeln sollen.

Die Lösung ist nicht, Junge und Alte in die Sozialhilfe zu schicken und Not und Elend zu verbreiten, sondern, viel einfacher und schmerzloser , dass auch die hohen Einkommen voll Beitragspflichtig werden. Damit wäre die Arbeitslosenversicherung schon beinahe wieder im Lot.Plakat AVIG

Nochmals der Link zur Seite des Referendumskomitees: Nein-AVIG