Monthly Archives: September 2012

DANACH – Symposium für Alternativen zum Wachstumszwang

16.-21. Oktober2012Allianz für unsere Zukunft

Di. 16.10. / 20:00-22:00
Do. 18.10. / 20:00-22:00
Sa. 20.10. / 13:00-22:00
So. 21.10. / 13:00-18:00

Es gibt Alternativen zum Wachstumszwang und es wird Zeit, dass diese breitere Bekanntheit erlangen und sich gegenseitig zu einer Allianz zusamenfinden. Dafür ist das Symposium DANACH in der Roten Fabrik in Zürich gedacht.

FleXibles ist ebenfalls vertreten und wird zum Thema neue Arbeitsformen (und da denken wir ja bekanntlich sehr zukunftsbezogen) etwas beitragen.

Wir freuen uns auf alle neuen oder bekannten Gesichter, die uns am Samstag und Sonntag an der Veranstaltung begegnen wollen.

Das Programm:

Symposium-Themen_Gaeste_Zeitplan

EURO-Krise, Austritt als Lösung?

Buchrezension

Dirk Meyer: EURO-Krise, Austritt als Lösung?, LIT Verlag Berlin, 2012

Die sogenannte Eurokrise beschäftigt weiter. Nachdem im letzten Jahr und bis vor kurzem eine „pragmatische“ Sparpolitik angesagt war und eine einzige Lösung „Staat zahlt und Banken können sich auf freiwilliger Basis überlegen, ob sie den bedrohten Ländern mit dem Gratisgeld helfen wollen“ von Merkel-Sarkozy & CO aktuell war, haben sich doch nun einige weitere Stimmen gemeldet, die auch andere Lösungen sehen. Einer davon ist Dirk Meyer, der in Hamburg eine Professur für Volkswirtschaft innehat. Sein neu herausgekommenes Buch zur Euro-Krise bietet jedenfalls eine fundierte Analyse und einige bereits durchdachte Vorschläge, die bedenkenswert sind. Als erster und entscheidender Punkt, stellt er einen Austritt aus dem Euro-System als grundsätzlich machbar dar. Dadurch öffnen sich einige Türen im Denkraum, die durch die irrige TINA (there is no alternative) Methode der herrschenden Politklasse weggeschwatzt werden. Plötzlich werden Möglichkeiten sichtbar, die vielleicht zu einer echten Lösung führen könnten. Meyer unterscheidet einmal die Variante des Austritts der schwachen Währungspartner (Griechenland, Portugal, Spanien, etc.), die mittels einer neuen abgewerteten Währung wieder wirtschaftlich Fahrt gewinnen würden oder die Variante eines Austritts der starken Partner im Norden (Deutschland, Holland, etc.), die durch eine aufgewertete Währung dann in ihrem zerstörerischen Siegeslauf zurückgebunden werden könnten. Diese Möglichkeiten werden sehr detailliert und fachkundig untersucht und erweisen sich als grundsätzlich machbar. Ebenfalls wird die Idee einer Paralellwährung, d.h. dem Weiterbestehen von Euro und gleichzeitigem Einführen von nationalen Zweitwährungen grundsätzlich besprochen. Diese könnten sich auch als Königsweg aus der Krise erweisen. Hier existieren bereits verschiedene gut durchdachte Ideen, die leider im Buch nur zum kleinen Teil referenziert werden. (Siehe dazu auch das folgende von uns mit-bearbeitet Papier (Link).

Trotz dieser kleinen Schwäche ist das Buch wirklich zu empfehlen, macht es doch etwas vom allerwichtigsten, was wir in der heutigen Krisenzeit benötigen: Es zeigt Alternativen auf! In diesem Sinne für interessierte Laien und Fachleute und als Diskussionsgrundlage sehr empfehlenswert.

Link zum Verlag

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Polymoney – ein Spiel bringt neue Perspektiven ins Quartier

In den letzten Monaten wurde von FleXibles die Grundlage für ein neues Geld-Spiel entwickelt und ausgetestet. Angesiedelt in einem “problematischen” Quartier einer grossen Stadt irgendwo in Europa wird in mehreren Spielrunden erfahren, wie die Einführung eines zweiten Regional- oder eben Quartiergeldes wirkt. Das Spiel zeigt in seinem Verlauf auf, was die speziell gestaltete Komplementärwährung in einem solchen Quartier zur wirtschaftlichen Erholung beitragen kann. Es ist als Mischung von Brettspiel und Rollenspiel mit bis zu acht Akteuren gestaltet. Der Titel Polymoney stammt dabei von unserer Beirätin Margrit Kennedy und unterstreicht die Bedeutung von mehrfachen Geldsystemen als Ansatz zur Lösung der heutigen Wirtschaftsprobleme.

Während in den ersten Spielrunden unter der Ägide von Euro oder Schweizerfranken die Situation für viele Spieler deprimierend erscheint, löst die Einführung eines Quartiergeldes zumeist einen Kreativitätsschub aus und die wirtschaftliche Lage der Mitspielenden verbessert sich zunehmend. Das parallele zweite Geldsystem entwickelt sich zum Beispiel zu einem Rettungsanker für diejenigen, die im Spiel keinen der raren Euro-Jobs ergattern konnten. Auch weitere Effekte wie die Quartierentwicklung, die Finanzen der Stadt und die Geldflüsse der üblicherweise anonymen Investoren können unter die Lupe genommen werden. Der Spielverlauf wird dokumentiert und kann anschliessend diskutiert werden. Das Spiel eignet sich gut als Rahmen von Workshops zur Quartier oder Gemeindeentwicklung in Gemeinden und Städten, oder für Gruppen oder Vereine, die sich mit wirtschaftlicher Nachhaltigkeit in ihrer Region befassen wollen.

Eine weiterentwickelte und speziell gestaltete Version wurde in den letzten Tagen mit Erfolg an einem internationalen Workshop zur Quartierentwicklung in Zürich gespielt.

Gerne gibt unsere Geschäftsstelle weitere Auskünfte.